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Unterstützung Inhaftierter Im
freiesten Staat, den es jemals auf deutschem Boden gegeben hat, sind viele
Menschen wegen Meinungsdelikten – nach BRD Gesetzen strafbare Handlungen –
inhaftiert. Wie schreibe ich politisch Gefangenen? Eines der Hauptprobleme, welches Personen davon abhält, Inhaftierten zu schreiben, ist, daß sie es nicht gewohnt sind, einer fremden Person zu schreiben. Leute glauben nicht zu wissen, was sie sagen sollen; sie glauben es gäbe Dinge, über die sie nicht reden können oder denken, daß Gefangene nicht daran interessiert seien, was sie zu sagen haben. Nun, es handelt sich dabei um ein Problem, das die meisten von uns überwinden müssen und deshalb werden hier einige Vorschläge zusammengestellt. Einzelne Haftanstalten begrenzen die Anzahl der Briefe, welche eine inhaftierte Person schreiben oder erhalten darf. Die Inhaftierten werden womöglich die Briefmarken und die Umschläge selber kaufen müssen und die meisten sind sicherlich keine Großverdiener. Deshalb erwarte nicht unbedingt eine Antwort auf deinen Brief oder deine Karte. Einige Haftanstalten erlauben, daß Briefmarken oder frankierte Briefumschläge hineingeschickt werden. In solchen Fällen ist es wohl am besten, dies mit der jeweiligen Anstaltsleitung oder dem/der betreffenden Gefangenen zu klären. Briefe werden auch angehalten, gelesen, verzögert oder gar "verlegt". Wenn du glaubst, daß ein Brief von der Kerkeraufsicht aus dem Verkehr gezogen worden ist, frage gleich nach dem Grund dieser Zensur. Sicherer sind natürlich eingeschriebene Briefe, weil diese in der Regel in Anwesenheit des/der Gefangenen geöffnet werden müssen. Aber eine einhundertprozentige Sicherheit gibt es leider wirklich nie. Auf deinen Briefumschlag solltest du stets die Adresse des/der Absender/in draufschreiben, nicht nur, damit der Inhaftierte dir antworten kann, sondern auch weil einige Systemkerker keine Briefe ohne Absender durchlassen. Natürlich muß dies nicht unbedingt deine eigene Adresse sein, aber bedenke, daß Postfachadressen sehr gerne nicht akzeptiert werden. Zum ersten Mal schreiben: Sage wer du bist und wenn nötig welcher Gruppe/Organisation du angehörst. Ob du dich eingehender vorstellen möchtest, ist dir allein überlassen. Du mußt nur bedenken, daß alle Briefe auch von staatlichen Autoritäten gelesen werden. Sage vielleicht auch in deinem ersten Brief ein paar kurze Worte zu deiner politischen Einstellung, so daß der Gefangene entscheiden kann, ob er mit dir in Kontakt treten möchte. Sage wo und wann du von seinem Fall gehört oder gelesen hast. Versuche deinen ersten Brief recht kurz zu halten und nur die nötigsten Sachen zu schreiben, weil es besser ist, die Kameraden nicht beim ersten Mal zu überwältigen. Außerdem begrenzen einige Haftanstalten den Umfang der Briefe. Ratsam sind demnach Briefe bis zu vier Din-A4 Seiten. Sobald sich der Briefkontakt zwischen euch beiden "eingespielt" hat, werdet ihr euch mehr zu erzählen haben. Wenn du einem nationalpolitischen Gefangenen schreibst und du ihn für unschuldig hältst, so erwähne dies auch kurz, da es ihm das Gefühl vermittelt, daß du an ihn glaubst, was sehr wichtig ist. Viele, die Gefangenen schreiben, haben Angst über Dinge aus ihrem eigenen Leben zu sprechen, was sie so tun, denken usw., weil sie glauben, daß es die Kameraden deprimieren könne oder daß diese gar nicht daran interessiert seien. In einigen Fällen mag dies wohl zutreffend sein, aber insgesamt kann ein Brief den hellsten Punkt eines Tages hinter Gittern ausmachen. Das Leben im Kerker ist todlangweilig und jegliche Nachricht, die etwas Licht bringt, egal ob sie von einer bekannten oder unbekannten Person kommt, ist stets willkommen. Besonders wenn du sie nicht vor ihren Haftantritt gekannt hast, möchten sie mehr über dich wissen, wie dein Leben aussieht usw. Benutze deinen Verstand und dein Mitgefühl und schreibe über nichts, was den Gefangenen in Schwierigkeiten mit der Anstaltsleitung bringen könnte, oder irgendwem Probleme mit der Staatsmacht bereiten könnte. Schlußendlich hat das Schreiben an einen Inhaftierten sehr viel mit gesundem Menschenverstand und dem Benutzen des Geistes zu tun. Die Gefangenen sind eben nicht jene verrückten Bestien, wie uns die reißerischen Boulevardmedien glauben lassen möchten. Es sind vielmehr ganz gewöhnliche Menschen. Haftanstalten sind da, um politisch Verfolgte voneinander zu isolieren, deshalb müssen wir die Verbindung von drinnen nach draußen aufrecht erhalten. Direkter Kontakt mittels Briefverkehr ist einer der sichersten Wege, politisch Verfolgte nicht allein der Staatskontrolle zu überlassen. Schreibe auch du den politisch Verfolgten der Demokratie!
Gefangenenliste
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