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Frederick A. Leuchter, Geisteswissenschaftler

Frederick A. Leuchter, geboren 1943, ist kein Deutscher, gilt allerdings im Zusammenhang mit dem deutschen Revisionismus als überaus wichtige Persönlichkeit. Leuchter verfaßte 1988 den "Leuchter-Report", indem er den Beweis antrat, daß keine Vergasungen in nationalsozialistischen Vernichtungslagern stattgefunden haben können.

Technisches Wissen sammelte Leuchter durch seine Arbeit in Strafvollzugseinrichtungen. Er konstruierte und wartete in den USA elektrische Stühle, Vorrichtungen für Letale Injektionen und Gaskammern. Ernst Zündel beauftragte Leuchter im Rahmen seiner eigenen Anklage zu prüfen, ob in den Vernichtungslagern tatsächlich Vergasungen stattgefunden haben. Leuchter entnahm in den Lagern Auschwitz-Birkenau und Majdanek einige Proben von den Wänden der Gaskammern. Für die chemische Analyse berief sich Leuchter auf die Firma Alpha Analytical Laboratories, die über den Verwendungszweck der Analysen nicht informiert waren und deshalb eingereichte Proben mit einem Mörser zerkleinerten und auf Stoffkonzentrationen untersuchten, welche typischerweise bei jüngeren industriellen Chemie-Unfällen zu erwarten gewesen wären. Die Analysen verliefen negativ und Leuchter widersprach in seinem darauf bauenden Gutachten den allgemein als historisch gesichert geltenden Erkenntnissen der Holocaustforschung.

Zum Problem wurde Leuchter sein eigens auferlegter Titel des Ingenieurs und mangelnde naturwissenschaftliche Kenntnisse. Der zuständige Richter äußerte im Zündel-Prozeß: "In dem Gutachten wird die Meinung geäußert, dass es niemals Vergasungen oder Hinrichtungen dort gegeben habe. Meiner Meinung nach, und nach dem, was hier vorgetragen wurde, liegt es jenseits seiner [Leuchters] Befähigung, eine solche Meinung begründet vertreten zu können ... Es mangelt ihm an Kompetenz zu beurteilen, was an den besagten Orten durchgeführt werden konnte oder nicht, wie er in seinem Bericht pauschal behauptet." Leuchter und andere Holocaustrevisionisten gelten seitdem in der anerkannten Forschung als vollständig diskreditiert.

Leuchter ist gleichwohl auf verschiedenen Kongressen der Holocaustrevisionisten mit seinen Thesen hervorgetreten und hat Nachahmer gefunden. Er wurde 1991 in der Bundesrepublik Deutschland zu einer Geldstrafe verurteilt, als er als Zeuge im Prozess gegen Günter Deckert den Holocaust öffentlich leugnete. 1994 wurde er deswegen festgenommen.